Logbuch

>> 24. August 2008

Ibiza – von Süd nach Nord

Schon wieder liegt eine Woche Ibiza hinter uns … Dank Olis Charme und Hartnäckigkeit hatten wir es am Montag nach mehrfachen Anläufen endlich geschafft, einen Platz im Hafen von Ibiza-Stadt zu ergattern. Genau an der Promenade! Die Gelegenheit nutzten wir unter anderem, um uns am Dienstag einen Auto zu mieten und auch das Inselinnere zu erkunden. Durch Nadelwälder, tiefe Schluchten und kleine Dörfer ging es ganz in den Norden. Dort liegt eine traumhafte Ankerbucht neben der anderen – einige haben wir uns gleich herausgesucht, um sie in den folgenden Tagen mit dem Schiff zu besuchen.

In Portinatx, einer sehr gut geschützte Bucht, haben wir allerdings auch gesehen, wie tückisch das Wetter sein kann. Ein erst sehr spät angekündigter Sturm in der vorherigen Woche wurde einem Segelschiff zum Verhängnis: Es lag gestrandet und völlig zerstört auf den Klippen.

Zurück in Ibiza-Stadt machten wir uns startklar, um wieder aus dem (recht teuren) Hafen auszulaufen und zwei sehr entspannte Tage vor der Küste Formenteras zu verbringen. Leider waren wir nicht die einzigen mit einer solchen Idee und so teilten wir uns die weitläufige Bucht mit Dutzenden anderen Booten. Anschließend ging es hinauf in den Norden. Unsere Wunschplätze hatten wir uns auf unserem Landausflug ja schon ausgesucht. Unser erstes Ziel war San Miguel, eine gegen Ostwinde sehr gut geschützte Bucht. Ostwind war auch, nur leider kam – woher auch immer – ein ungeheurer Schwell aus Nord, der so stark wurde, dass wir uns nachts um drei Uhr entschlossen, Ankerwache zu gehen. Das Schiff tanzte wild hin und her, aber der Anker hielt felsenfest. Nur mein Magen hieß den Rodeo-Ritt nicht willkommen – seekrank vor Anker, das muss man auch erstmal schaffen. Gegen Morgen war weiterhin keine Besserung in Sicht. Im Gegenteil! Also zogen wir unseren Anker hoch und verlegten in die nächste Bucht. Hier war es deutlich ruhiger und wir konnten unseren versäumten Schlaf nachholen.

Heute nun sind wir in Portinatx angekommen. Die gestrandete Yacht ist bereits geborgen – wie, das wissen wir leider nicht. Aber schwimmfähig war das Schiff auf gar keinen Fall mehr. Für morgen sind südliche Winde vorhergesagt und damit ideale Bindungen, um nach Mallorca überzusetzen. Sollte der Wetterbericht also Wort halten, geht es morgen ins 50 Meilen entfernte Andratx.

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